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03

Jan

2012

Das Plaste-Land - Vom Eierbecher bis zum Badezimmerschrank – Kunststoffgegenstände waren in der DDR allgegenwärtig

Eisenhüttenstadt: Dass Chemie „Brot, Wohlstand und Schönheit“ gibt, erscheint heute merkwürdig. 1958 zog diesen Werbeslogan in der DDR niemand offiziell in Zweifel. „Er war das Motto der Chemiekonferenz von Leuna, in der die SED beschloss, mit dem sogenannten Pro-Kopf-Verbrauch chemischer Erzeugnisse den Westen zu überholen“, sagt Katja Böhme. Die Historikerin befasst sich seit zwei Jahren mit dem Werdegang ausgewählter DDR-Alltagsgegenstände.

Die Folge der Chemiekonferenz von 1958 war eine Flut von Konsumartikeln aus Plaste, wie der Kunststoff in der DDR hieß. Binnen eines Jahrzehnts wurde der komplette Haushalt- und Freizeitbereich quasi plastifiziert. Das zeigt schon allein die Sammlung im Eisenhüttenstädter Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur, die als deutschlandweit größte ihrer Art gilt. „Ich hatte allein 2500 verschiedene Haushaltsartikel in der Hand. Dazu kommen noch Gehäuse von Geräten wie Fön, Staubsauger oder Fotoapparat und Kunststoff-Möbel wie Badezimmer-Schränke, die sogar exportiert wurden“, so Katja Böhme. Sie hat aber noch längst nicht alle Exponate inventarisiert. ...

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