Wetter für Guben

Aktuelles zum Wetter

Barcelona-Schnee (Mi, 10 Mär 2010)
(10.03.2010) Es war schon ein Phänomen, wie man es in dieser Mittelmeerregion nicht so häufig vorfindet: Am Montag, dem 8. März 2010, kam es vom Nordosten Spaniens bis in den Südwesten Frankreichs zu teils kräftigen Schneefällen, die für Stromausfälle und Schulschließungen sorgten. Die Menschen in Barcelona staunten nicht schlecht, als am Nachmittag teils kräftiger Schneefall einsetzte. Wie man hier sehen kann, sorgte der Schnee in der katalonischen Hauptstadt für überraschte Freude: ###YOUTUBE### ###YOUTUBE### Allerdings hielten die Schneefälle an, und im Laufe der folgenden Stunden kam es so auch allmählich zu Problemen. Dies galt insbesondere für den Straßenverkehr, denn das immer dichter werdende Schneetreiben sorgte auch für Sichtbehinderungen und natürlich für Glätte: ###YOUTUBE### Noch etwas heftiger traf es die Einwohner der Region des etwas nordöstlich von Barcelona gelegenen Girona. Hier fiel für 200.000 Menschen der Strom aus. Am Montag waren zudem 77 Straßen wegen der Schneefälle gesperrt, 168.000 Schüler brauchten daher am Dienstag nicht in die Schule, da die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet war. Die Grenzübergänge nach Frankreich waren ebenfalls teilweise gesperrt, auf der Autobahn N-II nach Norden mussten 3000 Menschen bis zu acht Stunden in ihren Fahrzeugen ausharren. Einen solchen Wintereinbruch gab es über zehn Jahre nicht mehr in dieser Region, erst recht nicht im März, von daher ist dieses Ereignis schon als markant bis historisch einzustufen. Wie kam es also dazu? Die Ursachen für den Schnee Dazu schauen wir uns zunächst die Lage am 08.03.10, 1 Uhr MEZ in Abb. 3 an. Wir sehen hier die Temperaturen in rund 1,5 km Höhe sowie (neben den Höhenlinien der 500 hPa-Fläche) die Druckverhältnisse am Boden. Dabei erkennt man mit Zentrum über Schottland das kräftige Hoch Isidor. Östlich seines Zentrums wird dabei die sehr kalte Luft arktischen Ursprungs "angezapft" und aus ihm heraus nach Südwesten geführt - nicht zuletzt auch die Ursache für die derzeitige Kälte in Deutschland. Diese kalte Luft kann sich ansatzweise auch bis zur Iberischen Halbinsel durchsetzen, wobei wir im Vergleich Abb. 3 zu Abb. 4 (12 Stunden später) erkennen, dass sich eine "Kaltluftblase" ablöst, das sich dann im fraglichen Zeitraum in Pyrenäennähe aufhält. Schaut man in Abb. 4 noch etwas näher hin, so erkennt man, dass sich am Rand des Kaltluftvorstoßes ein kleinräumiges Tief namens Andrea (auch Abb. 5) trägt. Es zog unter Verstärkung über die Balearen auf die Costa Brava zu. Im Bereich dieses kleinräumigen Tiefs wurde dann die kalte und recht trockene Luft mit der milderen und vor allem feuchten Meeresluft "gemischt", und so kam es im Bereich der kalten Höhenluft zu schauerartig durchsetzten und damit kräftigen Schneefällen (Abb. 6), wie derzeit noch im Radar-Archiv nachgesehen werden kann. Übrigens fielen auch in Nîmes 40 cm Schnee. Wo Tief Andrea am meisten von seiner weißen Ladung ablieferte, konnte man am Folgetag übrigens gut vom hoch aufgelösten Satelliten Aqua sehen (Abb. 7). Bilderlizenzen: Die Abb. 1 und 2 unterliegen einer Common Creative Lizenz
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Wenn es Fische regnet (Di, 09 Mär 2010)
(09.03.2010) Seit Ende Februar haben enorme Regenmengen im Norden und Nordosten Australiens für die schwersten Überschwemmungen seit dem 19. Jahrhundert gesorgt. Auch wenn die Unwettergefahr zunächst gebannt ist, so fällt doch eine Meldung aus Lajamanu im Northern Territory besonders ins Auge: Hier fielen in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 2010 lebendige Fische vom Himmel. Jahrhundert-Unwetter Der Höhepunkt der Unwetter folgte dann am 6. März insbesondere für Melbourne. Die ortsansässigen Meteorologen sprachen von einem "Jahrhundertunwetter", das auch von tennisballgroßen Hagelkörnern begleitet wurde mit einem Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern. Die Regenmengen, die hier erreicht wurden, sind durchaus beachtlich und liegen in einem 18-Stunden-Zeitraum teils über 100 Liter pro Quadratmeter (Abb. 4 und 5). In Queensland steht derzeit ein Gebiet unter Wasser, das etwa der Fläche von Bayern entspricht, zahlreiche Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom. Während wir uns voraussichtlich morgen an dieser Stelle um die Ursache dieser extremen Wettererscheinungen kümmern wollen, geht es heute um die Kuriosität des Fischregens aus Lajamanu. Fische weit ab von Gewässern Dabei fielen laut "The Northern Territory News" hunderte von kleinen Fischen vom Himmel, die zum Teil noch lebendig waren. Dieses ist keine Scherzmeldung und vor allem auch für Lajamanu nicht neu. Die letzten Meldungen stammen aus den Jahren 2004 und 1974. Dabei befindet sich das Dorf am Rande der Tanami-Wüste, die nächsten größeren Gewässer sind hunderte von Kilometern entfernt. An der Richtigkeit dieser Meldung gibt es dabei kaum Zweifel, denn Berichte über Fischregen liegen von seriösen Quellen aus allen Teilen der Welt vor. Älteste Quellen reichen dabei bis in das zweite Jahrhundert n.Chr. zurück, zu lesen im Text Deipnosophistai des Schreibers Athenaios. In der "Times" vom 10. März 1859 findet sich ein Artikel, nach dem ganze Dächer von Fischen bedeckt worden seien. Sogar im Wissenschaftsmagazin "Nature" findet sich in der Ausgabe aus dem Jahr 1918 ein Bericht von Fischregen im englischen Ort Hindon. Wie kommt es dazu? Da es nur wenig ausreichende Beobachtungsdaten von Tierregen gibt (nicht nur Fische, auch kleine Frösche sind schon gemeldet worden), kann man bis heute auch keine absolut sichere Erklärung abgeben. Nach wie vor die stichhaltigste Begründung ist aber nach wie vor die, dass ein Tornado die kleinen Tiere transportiert hat. Während dieser über Flüsse oder das Meer zog, ist es durchaus plausibel, dass er in seinem kraftvollen Aufwindbereich Wasser und die darin befindlichen unglücklichen Tiere weit in die Höhe gerissen hat. Als der Wirbelsturm schwächer wurde, konnte er diese nicht mehr halten, und sie fielen weit entfernt wieder zu Boden. Weiterer Bericht In der englischen "Sunday Express" aus dem Jahr 1969 erschien ein weiterer Bericht über Tierregen von Veronica Papworth, dieses Mal Frösche betreffend: Wir wollten noch auf eine Abendveranstaltung, das weiß ich noch exakt, als plötzlich ein Regen aus Fröschen los tobte. Sie kamen von überall her, da Türen und Fenster offen standen. Dann waren Tausende von ihnen auf dem Fußboden, die wir gar nicht wieder loswerden konnten. Als wir sie verscheuchten, kamen mindestens eben so viele wieder herein. Zu der Veranstaltung kamen wir dann viel zu spät. Als wir dann ankamen, sah ich an meinem Bein noch ein paar von ihnen sitzen, die ich als Beweis zeigen konnte. ###YOUTUBE### Hinweis: Die Abb. 3 unterliegt der Common Creative Lizenz.
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Umfrage-Ergebnis (Mo, 08 Mär 2010)
(08.03.2010) Der Extremwetterkongress 2010 ist nun (mit einem neuen Besucherrekord) zu Ende gegangen. In diesem Rahmen wurde auch das Ergebnis der Umfrage auf Wetter24 vorgestellt, die Teil des Vortrags "Jacke oder nicht, verdammt noch mal" ist. Dieser Vortrag soll nun in Kürze zusammengefasst werden. Idee des Titels Der Ausdruck "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!" stammt dabei von einem Auftritt des Comedian Wolfgang Trepper. Dieser wurde in folgender Zusammenfassung vorgestellt: ###YOUTUBE### Warum ist dieser Auftritt komisch? Ein Werkzeug des Witzes ist es ja, bekannte Alltagssituationen zu übersteigern. In der Tat kann man hier viele Punkte erkennen, die das Verständnis der Wettervorhersage aus den Medien, hier insbesondere im Fernsehen, erschweren. Was wird also von Wolfgang Trepper kritisiert? Kritik an der Wettervorhersage Der Empfänger (Zuschauer, Leser, Hörer, Internet-Surfer) bekommt also zu viel Information geliefert. Teilweise ist diese Information auch noch vollkommen überflüssig, zum Beispiel das Wetter der Vergangenheit. Darüber hinaus scheint die grafische Darstellung von Wetterinformationen nicht nachvollziehbar und überladen, man kann sich (Treppers Beispiel: Tagesthemen-Strömungsfilm) nichts darunter vorstellen. Schlussendlich ist es aber das Wesentliche, das entweder gar nicht genannt wird oder in der Informationsflut nicht zu finden ist: "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!" Woran liegt das? Um die Gründe hierfür zu verstehen, muss man sich das Kommunikationsschema Sender - Empfänger (also Meteorologe - Zuschauer / Leser / Zuhörer etc.) genauer ansehen. Hier gibt es wie so oft unterschiedliche Motivationen auf beiden Seiten, die vereinbar gemacht werden müssen. Der Meteorologe möchte möglichst exakt und umfassend informieren. Inge Niedeck sprach etwa in dem Buch "Wetterinformation für die Öffentlichkeit" von Andreas Wehry davon, dass dem Meteorologen manchmal fünf Minuten nicht genug seien, während dem Zuschauer die Information über Jacke oder Schirm völlig ausreichen würde. Natürlich ist in dem Zusammenhang dem Meteorologen auch daran gelegen, auch die zugrunde liegenden Prozesse zu erklären, er begreift die Wettervorhersage wissenschaftlich und als Lehr-Auftrag, während der Empfänger immer mehr von einer Service-Leistung ausgeht. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, dass der Meteorologe von der Tatsache weiß, dass es keine 100-prozentige Wettervorhersage geben kann. Auch, wenn sie immer weiter verbessert wird, ist es insbesondere bei Schauern nicht immer möglich, für einen bestimmten Ort sagen zu können, ob Regen auftreten kann oder nicht (Probabilistik). Der Zuschauer möchte aber wissen können, ob es regnet oder nicht regnet (Deterministik). Umfrage-Ergebnis: Was ist wichtig? Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass der Mensch nur sieben Informationen in seinem Kurzzeitgedächtnis speichern kann, gehen wir also an die Frage, wie die Wettervorhersage zu gestalten sei. Dabei benutzen wir das Ergebnis der Umfrage (Abb. 3) von Anfang Februar 2010. Wir sehen, dass als wichtigstes die Information wichtig sind, die die Kleidungsfrage entscheiden: Niederschlag, Temperaturen. Dann erst folgen die Wahrscheinlichkeiten und der Wind. Etwas überraschend war, dass die Sonne offenbar keine so wichtige Rolle spielt. Sie liegt mit der Luftfeuchtigkeit ganz unten in der Tabelle. Hier sollte man allerdings berücksichtigen, dass die Umfrage im Winter gemacht wurde. Wäre sie im Sommer, würde vermutlich die Sonnenscheindauer nach oben und die Frage nach der Niederschlags-Art (Regen, Schnee, Hagel) nach unten wandern. Dies wäre zu untersuchen. Mit diesen Ergebnissen könnte man also nun je nach zur Verfügung stehender Länge der Wettervorhersage seine Information filtern (Abb. 4), womit man eine Prognose hätte, die die Frage nach "Jacke oder nicht, verdammt noch mal!" bestmöglich klären könnte. Was sollen Fotos und Videos im Wetter? Nun gibt es aber nicht nur Sender und Empfänger, sondern auch noch das Medium dazwischen, also Fernsehen, Radio, Zeitungen. Sie haben ein weiteres, kommerzielles Interesse an der Wettervorhersage. Denn es geht auch darum, mittels Werbung Einnahmen zu sichern. Detlev Bringmann, Werbepsychologe, spricht dabei in dem Buch "Wetterinformation für alle" von High-Involvment-Information und Low-Involvment-Information. Dabei ist die High-Involvment-Information eine solche, bei der der Empfänger bereits Interesse für die Nachricht hat. Der Banker interessiert sich von selbst für die Devisenkurse, und viele Menschen interessieren sich für das Wetter. Bei der Low-Involvment-Information ist der Empfänger dagegen nicht sonderlich interessiert. Dies ist zum Beispiel die Werbung. Hier muss man sich also Gedanken darum machen, wie man das Interesse wecken kann. Es liegt also nahe, die High-Involvment-Information Wettervorhersage als Zugpferd für die Low-Involvment-Information Werbung zu gebrauchen. Dies ist der Grund, warum nach den Hauptnachrichten und vor dem Wetter ein Werbeblock oder Sponsor folgt. Aber damit nicht genug: Den Medien ist zudem daran gelegen, auch die weniger am Wetter Interessierten "bei der Stange" zu halten. Darum wird das Wetter bunter - Fotos von auf der Wiese spielenden Kindern oder im Nebel verunfallte Autos, Videos, Zuschauerfotos. Dem Meteorologen sind diese Elemente natürlich weniger nützlich, da sie die Wettervorhersage verwässern und die 7-Elemente-Regel verletzen, womit wir wieder bei der Kritik von Wolfgang Trepper wären. Ist dieses Problem lösbar? Bedingt kann die Wettervorhersage sicherlich noch verbessert werden. Die Richtung dabei ist jedenfalls klar: Zukünftig sollte mehr auf die gesellschaftliche Seite des Wetters geachtet werden, so wie es das Societal Impacts Program an der Boulder University in Colorado, USA bereits in mehreren Veröffentlichungen tat. Der Meteorologe an sich sollte also mehr auf die Bedürfnisse des Empfängers hören und auch darauf eingehen. Auf der anderen Seite sollte dem Empfänger auch das Wissen um die Grenzen der Wettervorhersage - dies gilt insbesondere bei längerfristigen Vorhersagen - vermittelt werden. Zwar kann man mittlerweile für Monate in der Zukunft immer bessere Vorhersagen machen, doch sind die hier zu gewinnenden nicht mit einer Wettervorhersage im herkömmlichen Sinne zu vergleichen.  Eine häufigere und intensivere Kommunikation dürfte hier also schon einige Probleme beseitigen.
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